Mit herzlicher Standhaftigkeit und Vertrauen in das tragende, stabile Gewebe sind die Wege zum glücklichen Handeln in sich vielfältig und bunt.
In meinem Beitrag „Eine Lesereise über das Papier“
- Kategorie: Papiergeschichten
habe ich über den Zauberbrei aus Pflanzen und Lumpenfasern geschrieben.
Ob Wolle oder die Fäden der Stoffe, die auf zauberhafte und kreativste Art gewebt werden und in dieser Welt erscheinen. All diese Materialien, die uns tragen, wärmen, informieren und uns zum glücklichen Handeln inspirieren. Mein Gedanke ist, einer herzlichen, respektvollen Motivation zu vertrauen und ganz wesentlich das Teilen von wertvollen Gaben im lebendigen, freundschaftlichen Miteinander gewidmet.

Mögen uns die unterschiedlichen Traditionen mit einem neugierigen und interessierten Freigeist in der unmittelbaren, befriedeten Kommunikation mit Fragen und Sichtweisen einander bestärken und bereichern. Und uns des Öfteren zum Staunen verzaubern.
Uns selbst ermutigen, ein freudiges Handeln mit einer Tiefe des Wohlwollens zu betrachten und so Wege des freien, erlebbaren Lernens zu entdecken.
Die Möglichkeiten einräumen, dass dabei ein glückliches Handeln mit einem Mehrwert im Verstehen anderer Traditionen uns eines Tages selbst bereichern wird und uns als kostbares Wissen zugänglich und verinnerlicht werden kann.


Ein goldener Gedanke der Nachhaltigkeit und die praktischen Einsatzmöglichkeiten erfreuen mich da sehr. Reststoffe, scheinbare Abfälle der Papierzuschnitte, werden zu Kostbarkeiten verarbeitet und schenken eine schöpferische Kreativität in der Gestaltung.
In Bezug auf die Verpackungen gibt es äußerst faszinierende Traditionen, und ich blicke dabei nach Japan.
Furoshiki – was bedeutet das genau?
Ein flaches Bündel
Das Wort setzt sich aus zwei Teilen zusammen:
Furo bedeutet Band
shiki ist eine Form des Verbs shiku, das „auslegen“ bedeutet.
In Japan waren jahrhundertelang Taschen unbekannt. Stattdessen schlugen die Menschen vieles, was sie tragen wollten, in Stoffe ein. Eine Tradition, die vor rund 400 Jahren begann. Damals wurden Badehäuser populär und die Japaner nutzten ein Tuch, um ihre Kleidung dort zu tragen und aufzubewahren.
Auch heute sind Furoshiki durchaus beliebt, zum Beispiel um Lunchboxen mitzunehmen, wo sie Tischset und Serviette ersetzen, oder als Methode, um Geschenke nachhaltig zu verpacken. Selbst zu Taschen werden die bunten Stoffe gerne geknotet. Sogar bei kleinen Umzügen werden sie statt Kartons verwendet. Mit einem Furoshiki kann ein Stück japanische Kultur und Geschichte erlebt werden.
Der Nachhaltigkeitsgedanke zum Umweltschutz im Alltag führte zu einer Wiederentdeckung dieser aus Japan stammenden Kultur. Der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser gestaltete ein Baumwoll-Furoshiki und nannte es „Binkel-Bündel Furoshiki“.
Hundertwasser verstand das Tuch nicht nur als einen Gebrauchsgegenstand, sondern als tragbares Kunstwerk. Sein schöpferischer Impuls war ein Zeichen einer notwendigen neuen Verpackungskultur.
Dieses Tuch wird in Korea Bojagi und in China Baofubu genannt.
