Einverstandensein, allein dieses Wort zu erfühlen, ist eine Reise ins Innere unseres Seins.
Einzunehmen, um zu verstehen, dass wir damit auch dem begegnen werden, was uns unbekannter erscheint. Dass die Jahreszeiten, das Leben selbst und der Tod uns an ihrer Naturweisheit teilhaben lassen. Der Winter begleitet uns für das Einverstandensein auf seine stille Weise.
Die Erde, bedeckt mit einer Schneeoberfläche, nimmt die Tränen auf und wandelt sie in kleine, wunderschöne Eiskristalle, und eines Tages, es dauert noch eine gute Weile, schmelzen diese Eiskristalle und daraus werden Blumen wachsen. In einer wundersamen Farbenpracht, durch das Grün der Wiesen wehen und uns erfreuen. Und vielleicht werden wir im Frühling das Einverstandensein in seiner ganzen Tiefe ein wenig mehr verstehen.
Den Zauber und die Kräfte der Naturweisheiten ehren und den Weg mit den Jahreszeiten gehen. Im Einverstandensein bedeutet das Leben Wandel.
Eine kleine Geschichte über das Einverstandensein möchte ich euch erzählen.
An einem kalten Wintertag sprang ein Eichhörnchen in Emis Leben. Das Eichhörnchen, das weiß Emi, macht nur eine Winterruhe und saust mit seiner Flinkheit umher. Sie hat einmal gehört, dass es öfter vorkommen soll, dass die süßen, kleinen roten Nagetiere, die Orte ihrer versteckten Vorräte vergessen. Oder das junge Eichhörnchen, das die Nähe von Menschen im Winter aufsucht, um gut versorgt zu werden und den Winter wohlgenährt zu überleben.Es klopft mit seinen Pfötchen am Fenster, schaut hinein und wartet, so lange, bis Emi versteht. Auch da erkennt Emi einen Hauch Einverstandensein.
Ja, natürlich teilt sie gerne die Walnüsse mit so einem zauberhaften, verspielten Wesen. Dachte sie, und sie sah voller Freude zu, wie sich das Eichhörnchen nährte. Es kam einige Tage immer in den Morgenstunden wieder und zeigte Emi Wertvolles, und so langsam vertraute sie auf ein tiefes, stilles, einander Verstehen.
Dieses Einverstandensein fiel ihr auf wundersame Weise sehr leicht.
Der Zauber der Freude wirkte und ein Innehalten mit einem strahlenden Lächeln, nahm Emi mit in ihren Tag. Mit einem Lächeln legte sie an jedem Morgen Walnüsse auf das Fensterbrett und eine Schale Wasser. Am Abend, als sie heimkehrte, waren die Nüsse verschwunden, und so wusste sie, dass es dem Eichhörnchen gut ging, und war einverstanden, ihre Wintervorräte mit dem Tierchen weiterhin zu teilen.
An einem weiteren Morgen klopfte es erneut an Emis Fenster. Doch der Klang, das war ein anderer. Neugierig schaute sie sanft hinter den Vorhang und sie sah eine wunderschöne Krähe, fast wie ein Rabe, so wundervoll blau-schwarz glänzte das Federkleid. Ein großgeschwungener, kräftiger Schnabel blickte ihr entgegen.
Der Kopf geneigt und die Augen schauten Emi tief an. Etwas erschrak in Emi und sie konnte nicht verstehen, was sich da in ihr berührte. Es war ein tiefer Moment in dieser Begegnung und die Krähe flog davon mit drei Walnüssen, die in ihrem Schnabel verschwanden.
Emi spürte weiter in sich hinein. Fragend hinterließ die Krähe in Emi ein Nichtwissen.
Später in der Zeit kamen viele Antworten und Emi lebte in die Antworten hinein und lernte langsam die Bedeutungen des Einverstandenseins kennen. Ein Verstehen findet sie in der Natur, in den Begegnungen mit den Tieren. Sie lauscht auf ihren Wegen vielen Menschen, die von Herzen mit ihr verbunden sind und miteinander die Menschlichkeit teilen.
Da hörte Emi von Weitem ein kleines Mädchen erzählen. Die Stimme kam immer näher, bis die Worte Emi umarmten und ihr ins Ohr flüsterten: Es ist alles in Ordnung. Und noch einmal: Es ist alles gut, vertraue. Die Stimme wird leiser und verklingt im Schnee.
Emi schaute in die weite Schneelandschaft hinein, fühlte die Leere, die sich nun mit jedem Schritt, den sie vorangeht, mit Frieden füllt.
Emi lässt das gesamte Einverstandensein in ihr Herz fließen und erinnert sie fortan auf ihren Wegen. Sie näht das Wort in ihren Wintermantel und sie weiß, dass der Winter einmal im Jahresrad wiederkehren wird und der Mantel ihr Vertrauen und Geborgenheit schenkt. Das Wort in ihrem Mantel ist nun Emi jeden Winter auf wundersame, stille Weise eine gute Begleitung.